29. Oktober / ZPRG Workshop
 
in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Text Akademie

 

Dr. Ivo Hajnal, Dozent am ZPRG-Workshop
 
 
" Digital Publishing - die Medienrevolution 2.0?"
 
„Ja klar, aber …“ lautet die Antwort von Ivo Hajnal, Professor für Sprachwissenschaft an der Universität Innsbruck, auf die Frage im Titel des gemeinsam mit der Schweizerischen Text Akademie durchgeführten Workshops. Ob Facebook, Blogs, XING, Google oder Twitter, jede neue „Technologie“ oder Applikation führt zu neuen Möglichkeiten der Kommunikation, das ist laut Hanjal unbestritten. Ob dies jedes Mal gleich eine „Revolution“ sei, sei aber dahingestellt. Denn oftmals jage ein Trend den anderen und verstelle damit den Blick für die tiefreichenden Entwicklungen in unserer Kommunikationsgesellschaft. Tatsache ist, dass soziale Netzwerke und die Kommunikation innerhalb dieser Strukturen immer wichtiger werden, nicht zuletzt begünstigt durch die Möglichkeiten des Web 2.0.

Für die Unternehmenskommunikation bedeutet dies: Nicht jede neue Technologie muss zwingend sofort übernommen und genutzt werden. Wichtig sei laut Hanjal aber, deren jeweilige Funktionsweise zu studieren und daraus erwachsende Anforderungen an die Kommunikation zu erkennen. So etwa waren Kommunikate während langer Zeit auf einen objektiven Informationsjournalismus ausgerichtet und wirkten entsprechend oberflächlich, uniform und distanziert beziehungsweise unpersönlich. Inhalte im Web 2.0 hingegen müssen vor allem authentisch, engagiert und persönlich sein. Das pure Gegenteil dessen also, was bisher gelehrt und praktiziert wurde. Auch hier gilt, neue Möglichkeiten führen generell nicht zu einer Substitution, sondern zu einer Ergänzung. In Zukunft werden beide – und natürlich auch weitere – „Ebenen“ wichtig sein. Für uns Kommunikationsfachleute bedeutet dies, dass sich neue Arbeitsfelder öffnen und uns die Arbeit nicht ausgehen wird …

von Luca Roncoroni
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